Prolog

Fernsehen - das war für lange Zeit eine klare Angelegenheit. Im Wohnzimmer steht ein Sitzmöbel, das zum Fernseher hin ausgerichtet ist und eine bestimmte Anzahl Sender strahlen zu bestimmten Zeiten bestimmte Sendungen aus. Wenn jemand sagte: „Ich schaue fern.“, dann war jedem klar, wie das aussieht.

So einfach ist das nicht mehr. Wer heute fernsieht, kann das auf ganz unterschiedliche Weise tun: Fernsehen im Web, Webinhalte auf dem Fernseher, Video-on-Demand, IPTV, Kabel, Satellit, DVBT, MobileTV etc.. Nicht zuletzt mit der Verbreitung breitbandiger Internetverbindungen und der Integration eines WLAN-Chips in aktuelle Fernsehgeräte haben sich die technischen Rahmenbedingungen grundlegend verändert.

Aktuelle Trends - State of the Art

Einige Trends der letzten Monate deuten darauf hin, dass man dem User auf unaufdringliche Weise Angebote machen kann, die sein TV-Erlebnis ergänzen.

Oscars 2011

Im Web und als iPad-App bot der Sender ABC zur Live-Ausstrahlung der Oscar-Verleihung die Möglichkeit Behind-the-Scenes Material zu schauen und so einen Einblick zu gewinnen, den die TV-Übertragung nicht bieten konnte.

ABC-MyGeneration

Eine Ipad-App bietet parallel zur Fernsehserie weitere Inhalte zur aktuellen Sendung. Die Synchronität wird per Audio-Abgleich hergestellt.

Andere Trends nutzen zwar mehr oder minder innovativ aktuelle Techniken, halten aber aus unserer Sicht spätestens auf den zweiten Blick nicht, was sie versprechen.

GoogleTV

GoogleTV bietet die Möglichkeit auf dem TV-Display zu "surfen", auch parallel zum "normalen" Fernsehen. Hier wird zwar die Konvergenz von Web und TV auf Hardwarebasis vorangetrieben, eine inhaltliche Verschmelzung der Web- und TV-Informationen findet aber leider nicht statt. Einige der erhältlichen Fernbedienungen zeigen auch, dass man bei seinen Überlegungen manchmal die wichtigste Person vergessen hat: den Zuschauer.

Galileo

Die deutsche TV-Sendung „Galileo“ sendet ein Quiz, das per Augmented Reality live auf einem Smartphone mitgespielt werden kann. Die technischen Notwendigkeiten dieses Ansatzes führen zu einem verkrampft wirkenden Fernseherlebnis. Die Position der Protagonistin im Erklärvideo zeigt, dass dieses Spiel spätestens mit einem iPad2 erheblich an Reiz verlieren wird.

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